Warum sollte man wegen Covid-19 und Long-Covid Vitamin-D Einnehmen

Vitamin-D ist eigentlich ein Hormon das für zahlreiche Prozesse im Körper benötigt wird. Seit 2010 ist bekannt, dass es auch zwingend notwendig für die Aktivierung von T-Zellen gegen Viren und Keime ist, und es wird dafür verbraucht.  Das erklärt auch die verschiedenen Verläufe der COVID-19 Erkrankung abhängig vom Vitamin-D Vorrat im Blut.
Genügend: Die Infektion wird  meist gut überstanden, und etwa 2 Wochen danach sind keine Viren mehr messbar.
Mangelhaft: Ist zu wenig vorhanden, gewinnen die Viren ab dem Zeitpunkt, zu dem Vitamin-D Vorrat aufgebraucht ist, die Oberhand.
Ausreichend: Reicht der Vorrat nur aus, um die akute Erkrankung zu überstehen, tritt eine mehr oder weniger schwere Form von Long-Covid auf, da Viren im Körper für längere Zeit verbleiben können.
Warum die Virenbekämpfung eingestellt wird, wenn der Vitamin-D Vorrat aufgebraucht ist, kann man dieser Studie der Universität Kopenhagen entnehmen:   Forschungsergebnisse der EU  2010
https://cordis.europa.eu/article/id/31850-more-sun-means-a-better-immune-system/de
„… T-Zellen brauchen unbedingt ausreichende Mengen an Vitamin D im Blut, um in Aktion treten und entsprechend funktionieren zu könnenSind keine ausreichenden Mengen dieses Vitamins im Blut verfügbar - so die Forscher - blieben die Zellen in einem schlafähnlichen Zustand und seien daher unfähig zur "Aktivierung" und somit zur gezielten Bekämpfung fremder Krankheitskeime. "
Das gilt bei allen Erkrankungen. Da das COVID-19 Virus  aber aggressiver als andere Viren ist, werden mehr T-Zellen benötigt, so dass der Vitamin-D  Vorrat öfter als üblich nicht reicht.

Somit sollte man auch nach einer überstanden Infektion noch für einige Zeit Vitamin-D Supplementieren, um den Topf wieder aufzufüllen.  Ansonsten kann sich eine Erholung monatelang  hinziehen und verbliebene Viren können verspätet Organe schädigen. Häufig ist dabei die Bauspeicheldrüse betroffen, etwa 10% der schwer an COVID-19 Erkrankten entwickeln danach eine Diabetes.

Grafik aus einer Studie des Universitätsklinikums  Heidelberg
Bei unseren Patienten war ein Vitamin-D Mangel bereinigt um Alter, Geschlecht und Komorbiditäten mit einem 6-fach höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und einem ~ 15-fach höheren Sterberisiko verbunden
GrafikUniHeidelberg2.jpg
Überschrift  der Studie: "Vitamin D Deficiency and Outcome of COVID-19 Patients "
Link zur Studie: https://www.mdpi.com/2072-6643/12/9/2757

Hinweis: Alle Studien sind in Englisch, man kann sich den Inhalt meist leicht übersetzten lassen. Dazu Link mit Google Chrom öffnen; Button „View Full-Text“  anklicken;  Danach in der Browser Adresszeile auf den linken der hier gezeigten  Buttons klicken.

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Grafik aus Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums  Heidelberg
Sterblichkeit bei Atemwegserkrankungen und Vitamin-D Status. Da Covid-19 auch eine Atemwegserkrankung ist, wird das Ergebnis darauf übertragen.
DKFZ_Grafik2.jpg
"Vitamin D insufficiency and deficiency and mortality from respiratory diseases in  a cohort of older adults: potential for limiting the death toll during and beyond  the COVID-19 pandemic"
Link zur Studie:
https://www.mdpi.com/2072-6643/12/8/2488
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Wirkung des Vitamin-D Status auf die Ansteckungsgefahr.
Studie Israel clalit Health Services (500.000 Probanden)
Unterschiedliche Ansteckungsfahr der verschiedenen Israelischen  Bevölkerungsgruppen abhängig  vom Vitamin-D Spiegel. Ungefähr Faktor 2


"The link between vitamin D deficiency and Covid-19 in a large population"
Link zur Studie: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.09.04.20188268v1
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Studie der Universität Brüssel, die den Zusammenhang des Beginns der 2ten Welle abhängig davon, wie weit nördlich das jeweilige Land liegt, untersucht hat.
In den Ländern in denen die UV-Strahlung eher nachgelassen hat( <34% vom Normalwert), weil sie weiter nördlich liegen, ist die 2 Welle früher gestartet. Die 2te Welle ist im Schnitt 9 Tage nachdem die Sonneneinstrahlung in dem jeweiligen Land nachgelassen hat, dort gestartet.
 Das zeigt, dass Vitamin-D ein Faktor ist, der mit zur 2ten Welle geführt hat. (Temperatur und Luftfeuchtigkeit hatten keinen Einfluss)

Grafik aus Studie der Universität Brüssel

Beginn2teWelle.jpg
"The autumn COVID-19 surge dates in Europe are linked to latitudes and not to temperature, nor to humidity,
pointing vitamin D as a contributing factor"
Link zur Studie: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.10.28.20221176v5
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Der steigende Vitamin-D Spiegel im Sommer 2020 hat zusätzlich zu den Restriktionen einen entscheiden Anteil zum Beenden der 1ten Welle beigetragen, was aber unbemerkt blieb, so dass jetzt alle denken, durch gleiche Restriktionen  wie im Sommer könnten die jetzt folgenden Wellen eingedämmt werden.
Das ist aber nicht der Fall, da der Vitamin-D Spiegel der Bevölkerung nicht wie im Sommer steigt, sondern  momentan fällt, und somit die Ansteckungsgefahr entsprechend steigt.  Somit wird immer wieder durch stärkere Restriktionen nachgebessert, die nach kurzer Zeit durch die steigende Ansteckungsgefahr egalisiert werden.
Ohne eine einfache Empfehlung zur Supplementation, die den Staat nichts kostet und keine Gesundheitlichen Risiken birgt, wird dies etwa bis zum 20ten Mai 2021  so  weiterlaufen, da dann erst der Vitamin-D Spiegel der Bevölkerung wieder anfängt zu  steigen ( Voraussetzung Wetter Mai  ähnlich wie letztes Jahr).
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Für die englische und irische Regierung hat die Studienlage ausgereicht, so dass seit Januar 2,5 Millionen Personen die zu COVID-19 Risikogruppen gehören, für 4 Monate kostenlos mit Vitamin-D versorgt wurden.
Besonders in Irland ist der Effekt gut zu sehen, so dass die Irische Regierung am 7.4.2021 Ihre Empfehlung an die Bevölkerung bekräftigt hat.
https://www.breakingnews.ie/ireland/covid-19-report-recommends-every-adult-in-ireland-supplement-vitamin-d-1107922.html
Die ausführliche Begründung dazu kann man sich im „Bericht über die Behebung des Vitamin-D-Mangels als eine Maßnahme der öffentlichen Gesundheit in Irland“ ansehen. Hier der auf Deutsch übersetzte Bericht
https://covidstudien.files.wordpress.com/2021/05/irland-vitamind-report-de.pdf




Den Effekt sieht man gut am Verlauf der Fallsterblichkeit in Irland im Vergleich zu der Entwicklung in Deutschland

https://ourworldindata.org/explorers/coronavirus-data-explorer?zoomToSelection=true&time=2020-06-25..latest&pickerSort=desc&pickerMetric=new_deaths_per_million&Metric=Case+fatality+rate&Interval=7-day+rolling+average&Relative+to+Population=true&Align+outbreaks=false&country=DEU~IRL~FIN~NOR
In  Deutschland sind im November 1,5% der an COVID-19 Erkrankten gestorben, im März waren es fast 3%, das ist momentan die dritthöchste Fallsterblichkeit in den westeuropäischen Ländern.
Der Vitamin-D Spiegel ist also mächtiger als die Kunst der Ärzte, denn wenn dieser keine Rolle spielen würde, dann hätte die Kurve nicht steigen dürfen, es sei denn die Behandlung in den Krankenhäusern ist seit November schlechter geworden. Seit Mitte März fällt sie wieder, das ist der Effekt der Impfungen. Denn etliche Geimpfte erkranken immer noch  an COVID-19 so dass Sie die Fallzahl erhöhen, aber da diese meist nicht mehr an COVID-19 sterben sinkt die Kurve der Fallsterblichkeit. Für alle die nicht geimpft sind und die kein Vitamin-D nehmen steigt die Fallsterblichkeit bis Mitte April auf den letztjährigen Wert von 5-6% an.
Seit der Empfehlung zur Vitamin-D Supplementation ist die Fallsterblichkeit in Irland um mehr als 2% in Vergleich zu Deutschland gesunken. Länder wie Finnland und Norwegen, in denen Nahrungsmittel mit Vitamin-D angereichert werden, stehen jetzt im Winter sehr viel besser da, weil Vitamin-D Spiegel dort kaum fällt. Die prozentuale Zahl der Impfungen ist den verglichenen Ländern sehr ähnlich, so dass  diese beim Vergleich keine Rolle spielen.
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In vielen Länder sind Wissenschaftler der Meinung, dass ein Aufruf zur Vitamin-D Supplementation dringend nötig ist.
Dazu dieser Aufruf von den Herausgebern der Studie (siehe oben) des Deutschen  Krebsforschungszentrums. Sie haben einen Kommentar zu einer Studie der Universitätsklinik Heidelberg veröffentlicht, der die deutliche Forderung enthält, Bevölkerungsweite Maßnahmen zu ergreifen und COVID-19  Risikogruppen mit Vitamin-D zu versorgen.
Der folgende Text ist dabei besser verständlich, wenn man weiß, dass Studien nach höchstem medizinischem Standard zu einem endgültigen Beweis der Wirkung der Vitamin-D Supplementation noch fehlen. Diese sind zwar gestartet worden, aber es dauert noch, bis Ergebnisse vorliegen.
Hier ein Auszug aus dem Kommentar:
(Mit Google Translate auf Deutsch übersetzt und grammatische Unzulänglichkeiten der Übersetzung korrigiert)
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".....Angesichts der Dynamik der COVID-19-Pandemie und der nachgewiesenen Sicherheit einer Vitamin-D-Supplementierung erscheint es daher höchst umstritten und möglicherweise sogar unethisch auf die Ergebnisse solcher Studien zu warten, bevor Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit ergriffen werden.
Neben anderen bevölkerungsweiten Maßnahmen zur Vorbeugung sollte eine weit verbreitete Vitamin-D3-Supplementierung zumindest für Hochrisikogruppen wie ältere Erwachsene oder Personen mit relevanter Komorbidität, gefördert werden.
Dies wurde durch randomisierte kontrollierte Studien nachgewiesen in Bezug auf die Prävention anderer akuter Infektionen der Atemwege und die akute Verschlimmerung von Asthma und chronische Lungenerkrankungen. Darüber hinaus kann eine zielgerichtete Vitamin D3 Ergänzung von Personen, die SARS-CoV-2-positiv getestet wurden, gerechtfertigt sein.“
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Vitamin D Insufficiency May Account for Almost Nine of Ten COVID-19 Deaths: Time to Act. Comment on: “Vitamin D Deficiency and Outcome of COVID-19 Patients”.
 
Nutrients 2020, 12, 2757
Vitamin-D-Mangel kann für fast neun von zehn COVID-19-Todesfällen verantwortlich sein: Zeit zum Handeln…“
Link zum Kommentar:  https://www.mdpi.com/2072-6643/12/12/3642
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Aktuell (14.5.2921) hat auch das Bundesinstitut für Risikobewertung erkannt, das Vitamin-D doch nützlich ist.
Link zur BFR Mitteilung: https://www.bfr.bund.de/cm/343/vitamin-d-das-immunsystem-und-covid-19.pdf
Hier eine Publikation dazu die weiterführende Informationen dazu enthält.
https://www.fr.de/wissen/vitamin-d-mangel-corona-risiko-covid-19-kuenstliche-zufuhr-coronavirus-studie-pandemie-gesundheit-90578102.html

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In der Schweiz wurde im Februar einen von Ärzten ein Aufruf veröffentlich, in dem die Regierung dort auffordert wird, die Bevölkerung zum Thema Vitamin-D zu informieren.
https://ssaamp.ch/wp-content/uploads/2021/02/Vitamin-D.Aufruf.pdf

Ebenfalls aus der Schweiz gibt es eine Studie nach höchstem Medizinischem Standard (Doppelblindstudie) die eine 4mal schnelle Besserung von Fatigue (Chronische Müdigkeit) , der meistgenannten Folge der COVID-19 Erkrankung  festgestellt hat. Der Score der Vitamin-D Gruppe stieg um Faktor 4 schneller
Universitäts Hospital  Zürich 30.12.2016
"Effect of vitamin D3 on self-perceived fatigue"
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5207540/

Eine Anleitung, wie viel Vitamin-D man täglich nehmen sollte, gibt es in einem weltweiten offen Brief von Wissenschaftlern, in denen alle Regierungen aufgefordert werden, aufgrund der COVID-19 Epidemie eine Vitamin-D Substitution aktiv zu unterstützen. Diesen gibt es inzwischen auch in einer auf Deutsch übersetzten Version:
https://vitamindforall.org/letter_DE.pdf  
Es gibt auch kostenlose Online Vitamin-D Rechner, die Ihnen ausrechen, welche tägliche Dosis dafür nötig ist.

Eine Supplementation bis 4000 I.E. (100 ug) gilt nach Angaben der EFSA (Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit) als sicher. Dafür braucht  kein Arzt konsultiert werden.
Link: https://www.efsa.europa.eu/de/press/news/120727-0
Wenn man günstige Präparate kauft, kostet die Einnahme von 2000 I.E. Vitamin-D  täglich etwa 4€ pro Jahr.

Christian Wiechering
Linzer Weg 1
24147 Kiel
ch.wiechering@t-online.de


Stand: 16.5.2121